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In der Dämmerung ging ich über die Brücke am Medienhafen; unter mir schimmerte der Fluss, dessen sanfte Wellen den Sonnenuntergang in Fragmente zarten Goldes zerlegten. Auf der anderen Seite stand der Rheinturm still – eine riesige Nadel, die Himmel und Stadt zu verbinden schien. Rechts fing das Hyatt Regency Düsseldorf mit seinen scharfen Linien und spiegelnden Glasflächen das schwindende Licht ein und wurde weicher, nahm einen fast zarten Farbton an.
Als ich mich umdrehte, kamen die Gebäude des Neuen Zollhofs in den Blick – geschwungen, ausladend und aneinanderstoßend wie neu zusammengesetzte Bauklötze aus der Kindheit, und doch irgendwie vollkommen im Einklang mit dem wandernden Licht und Schatten des Hafens. In der Brise, die über die Brücke zieht, scheinen Vergangenheit und Gegenwart, Ordnung und Spontaneität miteinander zu einem Gewebe zu werden. Von der Ruhe der Altstadt ist hier nichts zu spüren; stattdessen liegt ein seltsamer Rhythmus in der Luft. Die Gebäude unterhalten sich – manche flüstern, manche rufen –, und der Rheinturm beobachtet sie sanft wie ein älterer Mensch, der sich über die Energie der Jugend amüsiert.
Deutschland scheint wenig von rastlosem Streben zu halten. Noch vor Sonnenuntergang war die Wiese unter dem Rheinturm bereits voller Yogamatten; manche Menschen dehnten sich oder bewegten sich im Rhythmus der Stimme eines Trainers – vielleicht eine deutsche Version des chinesischen Square Dance. Im Hafen fanden auf den Decks festgemachter Yachten Partys statt. Ketten kleiner Lichter schwangen sanft in der Abendbrise und tauchten lachende, trinkende und tanzende Menschen in ein warmes Licht. Als die blaue Stunde verblasste, verebbte die Musik und die geselligen Runden lösten sich langsam in der Nacht auf.
Hier im hohen Norden ziehen sich die Tage lange hin. Selbst jetzt, am Ende des Sommers, sinkt die Sonne erst nach acht Uhr, als wolle sie nicht gehen. Als ich über die Brücke schlenderte, kamen mir Läufer entgegen – Männer wie Frauen, jeder in seinem eigenen Rhythmus – ein Beweis dafür, dass die Menschen hier an einem Gleichgewicht festhalten: zwischen Arbeit und Leben, Bewegung und Stillstand, Ehrgeiz und Gelassenheit.






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