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Dies ist ein weiteres Meisterwerk von Wang Shu, Chinas Pritzker-Preisträger für Architektur. Inspiriert von Fan Kuans „Wanderer zwischen Bergen und Bächen“ aus der Nördlichen Song-Dynastie besitzt das Ningbo-Museum eine dunkelgraue Außenfassade mit markanten, von Menschen geschaffenen Schnittspuren. Sie bilden eine polygonale Struktur, die sich zurückhaltend und doch tiefgründig in die Umgebung einfügt. Das Historische Museum Ningbo legt Wert auf Entwürfe, die lokale Besonderheiten und Volksbräuche einbeziehen, und vermeidet starre Planung zugunsten lokaler Materialien, um die Anpassungsfähigkeit an die Umgebung zu zeigen. Das Gebäude wurde aus Millionen recycelter Ziegel und Dachziegel errichtet, die aus Stadterneuerungsprojekten der Altstadt stammen, von 50 Handwerkern von Hand verlegt und mit bambusgeformtem Beton umhüllt wurden. So hat das Gebäude selbst ein Jahrhundert Geschichte gesammelt und ist zu einem lebendigen historischen Exponat geworden. Seine äußeren Konturen betonen die regionalen Merkmale „Berge“, „Wasser“ und „Meer“. Das Fundament ist regelmäßig rechteckig, doch nach oben teilt sich das Gebäude allmählich und neigt sich leicht, bis es eine abstrakte, bergähnliche Form annimmt. Ein Gewässer nördlich des Museums gleicht einem entfernten Teich, der dieses gewaltige Bauwerk wie eine gerade an Land gespülte Struktur umschließt.
Aus der Ferne ähnelt Wang Shus Ningbo-Museum erstaunlich einer großen quadratischen Schachtel. Die Südfassade ist eine standardmäßige zweidimensionale Fläche, von deren Öffnung sich Treppen bis zum zweiten Stock erstrecken. Der geteilte obere Gebäudeteil bildet eine offene Plattform, von der aus man durch unterschiedlich geformte Öffnungen den fernen Puls der Stadt beobachten kann. Die historische Außenarchitektur in Verbindung mit der futuristischen Form wirkt wie eine markante Kunstinstallation – kein Wunder, dass das Museum als Drehort für „The Three-Body Problem“ ausgewählt wurde. Der Innenraum präsentiert sich als verzweigte, mehrwegige labyrinthartige Struktur und umfasst nahezu jede Besuchsroute, die man sich vorstellen kann.
Ningbo ist eine Stadt mit tiefen historischen Schichten und einem reichen Erbe, verfügte jedoch früher über kein umfassendes Museum, das den historischen Kontext der Stadt widerspiegelte. Obwohl das Ningbo-Museum 1981 zunächst in der Stadtausstellungshalle eingerichtet wurde, wurden ein neuer Standort und die Projektgenehmigung erst im November 2004 beschlossen. Als wichtiges Kulturprojekt der Stadtregierung erhielt das Museum eine Gesamtinvestition von 250 Millionen Yuan. Es verfügt über eine Baufläche von 30.000 Quadratmetern auf einem 60 Mu großen Grundstück. Nach mehr als vier Jahren Bauzeit wurde es im Dezember 2008 offiziell eröffnet. Um Ressourcen zu bündeln und unnötige personelle, materielle und finanzielle Verschwendung zu vermeiden, wurde das Ningbo-Historische-Museum gemeinsam von der Stadtregierung Ningbo und der Regierung des Bezirks Yinzhou finanziert. Es befindet sich im Bezirk Yinzhou und wird von beiden Regierungsebenen gemeinsam verwaltet und genutzt, wodurch gemeinsame Ressourcen und Plattformen entstehen.
Das Ningbo-Museum beherbergt derzeit etwa 60.000 Sammlungsstücke und verfügt über sieben Ausstellungshallen. Im ersten Stock gibt es zwei Sonderausstellungshallen, in denen regelmäßig Werke renommierter Künstler gezeigt werden. Aktuelle Sonderausstellungen wie „Gleiche Quelle, unterschiedliche Ströme – Exportkunst der Qing-Dynastie“, „Göttliche Handwerkskunst – Ausstellung zur alten Architektur und Kultur von Huizhou“ und „Die große Langlebigkeit – Gemälde und Kalligrafien von Pan Tianshou aus dem Provinzmuseum Heilongjiang“ sind besonders sehenswert. Zu den bemerkenswerten Dauerausstellungen gehören alltägliche Handarbeiten und Gefäße aus der Hemudu-Zeit, bronzene Yue-Äxte aus der Zeit der Streitenden Reiche, Bronzespiegel aus der Östlichen Han-Dynastie und Keramiken aus der Zeit der Drei Reiche.
Besucherinformationen:
Dienstag bis Sonntag: 9:00–17:00 Uhr (montags geschlossen)
Reservierung: Suche auf WeChat nach „Ningbo Museum“, um eine Reservierung vorzunehmen, und bringe deinen Ausweis mit. Bei Bedarf steht eine Gepäckaufbewahrung zur Verfügung.
Eintritt: Kostenlos
Empfohlene Besuchszeit: 2–3 Stunden
Gastronomie: Im dritten Stock gibt es ein Café mit kleinen Gerichten.




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