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Blitz in den Bergen: Das Xiao-Feng-Kunstmuseum wird zu Hangzhous neuem Kulturleuchtturm

XIAO-FENG-KUNSTMUSEUM

1–2 STUNDEN
2025/05/25

Eine gezackte Silhouette durchschneidet die nebelverhangenen Hügel nahe der Hupao-Quelle: das neu eröffnete Xiao-Feng-Kunstmuseum. Im April 2025 eröffnet, zeigt dieses architektonische Wunder nicht einfach Kunst, es verkörpert sie. Mit fast 500 Werken von Xiao Feng und seiner Frau Song Ren zeichnet das Museum acht Jahrzehnte bewegter chinesischer Geschichte anhand zweier revolutionärer Pinsel nach. Xiao Feng war Präsident der Chinesischen Kunstakademie, zu einer Zeit, als Verwaltungsleiter noch praktizierende Künstler und nicht nur bürokratische Aktenverwalter waren. Der Mann konnte wirklich malen und zwar gut. Seine künstlerischen Qualifikationen waren weitaus stärker als das, was man bei heutigen Universitätspräsidenten findet.

Das brückenähnliche Museum windet sich organisch durch den Wald und wird durch traditionelle dunkelgraue Ziegel getarnt, statt monumental aufzutreten. Im Zentrum liegt ein zurückhaltender Gelehrtengarten; Besucher betreten ihn durch einen Innenhof über eine Gebäudebrücke. Der Rundgang wechselt zwischen engen Passagen und großzügigen Raumfolgen und nutzt Rampen, um auf verschiedenen Ebenen vielfältige Raumerlebnisse zu schaffen. Vorspringende Kuben mit Panoramafenstern verbinden die Innenräume mit dem Innenhof und den Ausblicken in die Landschaft. Statt typischer Museumspracht setzt dieses verborgene Bauwerk auf sinnliche Entdeckung: Man kann es nicht vollständig erfassen, sondern muss sich durch gewundene Wege bewegen, um Räume und Kunstwerke nach und nach zu entdecken.

Xiao Feng hatte künstlerisch einiges zu bieten
Geboren 1932 in Yangzhou, schloss sich Xiao Feng mit elf Jahren antijapanischen Propagandateams an. Kannst du dir vorstellen, dass ein Elfjähriger heute eine solche Verantwortung übernimmt? Nach 1949 studierte er an der späteren Chinesischen Kunstakademie. Interessant ist, dass er zunächst ein mittelmäßiger Student war. Eine solche Vorgeschichte hört man bei berühmten Künstlern selten. Doch er arbeitete weiter, wurde besser und erhielt schließlich einen der wenigen Studienplätze für Ölmalerei an der Repin-Akademie der Künste in Sankt Petersburg. Zu seinen Kommilitonen gehörten Quan Shanshi, Lin Gang und Zhou Zheng, Namen, die in chinesischen Kunstkreisen bis heute Gewicht haben.

So war es damals. Die besten Studierenden lernten gemeinsam, spornten einander an, und viele wurden später bedeutende Künstler. Das Quan-Shanshi-Kunstzentrum ist ebenso beeindruckend wie das neue Xiao-Feng-Museum. Das sagt einiges über das Niveau der Menschen aus, die an diesem Programm teilnahmen.

Brücke zwischen Ost und West: Ein Vermächtnis in Kunst und Bildung
Während seines Studiums in Russland schuf Xiao Feng auf dem Land zahlreiche Freiluftarbeiten und entwickelte allmählich seinen eigenen unverwechselbaren Stil. Seine Professoren lobten seine Ölgemälde, die westliche Techniken nahtlos mit dem Geist der traditionellen chinesischen Tuschemalerei verbanden. 1960 schloss er die Repin-Akademie der Künste mit Auszeichnung ab und erhielt den offiziellen Titel „Künstler“. Im selben Jahr kehrte er nach China zurück und begann, an der Zhejiang-Akademie der Bildenden Künste, heute Chinesische Kunstakademie, in der Abteilung für Ölmalerei zu unterrichten.

Xiao Feng leistete sowohl im akademischen als auch im politischen Bereich bedeutende Beiträge. Nachdem er zu Beginn seiner Laufbahn politische Unterdrückung erlebt hatte, schuf er eindrucksvolle Werke wie „Das Daqing-Ölfeld verbindet die Welt“, „Die Geschichte darf sich nicht wiederholen“ und „Schlacht am Berg Luoxiao“. Unter seiner Leitung erhielt die Akademie außerdem die Genehmigung des Ministeriums für Kultur und Tourismus, 120 Mu Land für eine neue Zweigstelle am Südufer des Qiantang-Flusses bereitzustellen.

1989 unterzeichnete die Akademie ein Partnerschaftsabkommen mit der Gifu-Frauenuniversität in Japan und schlug damit ein neues Kapitel des internationalen akademischen Austauschs auf. 1993 erlebte Xiao Feng persönlich den historischen Moment, in dem die Institution ihren Namen offiziell von Zhejiang-Akademie der Bildenden Künste in Chinesische Kunstakademie änderte.

Visitors walking through the inner courtyard of the Xiao Feng Art Museum, surrounded by sculptural concrete volumes and reflecting pools
Aerial view of the Xiao Feng Art Museum in Hangzhou, showing its angular architecture
Top-down perspective of Xiao Feng Art Museum’s zigzag layout
Interlocking volumes of the Xiao Feng Art Museum viewed from a high angle, highlighting its concrete textures and framed windows
Geometric roofscape of the Xiao Feng Museum seen from above