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Echo und Kanten: Eine Rückkehr zum Düsseldorfer Museum Kunstpalast

MUSEUM KUNSTPALAST

2-4 STUNDEN
2025/09/12

Ich war letztes Jahr dort, aber diesmal war es noch besser! Wer weiß, weiß Bescheid. Die Ausstellung nebenan im NRW-Forum Düsseldorf war eine echte Offenbarung: faszinierend, ein wenig zum Erröten, aber zum Glück ohne Herzklopfen. Die gesamte Schau war viel größer als die, die ich zuvor gesehen hatte – komplett neu kuratiert mit neuen Werken und nun über den Ost- und Westflügel des Gebäudes hinweg ausgedehnt, sogar bis auf die andere Seite des Restaurants im ersten Stock. Im Untergeschoss gab es außerdem einen Markt, und auch der Museumsshop hat deutlich zugelegt: Die Designs sind viel raffinierter als die Waren vom letzten Jahr. Aufwendige Pop-up-Karten, zarte Ornamente, Fächer und andere Objekte tragen ein unverkennbares Echo ostasiatischer Ästhetik.

Hier sind einige der Werke, die mir ins Auge fielen:
Thomas Schütte – Skulpturen
Schütte ist eine prägende Gestalt der deutschen Gegenwartskunst und für seine Skulpturen, Installationen und Architekturmodelle bekannt; er hat sogar auf großen Biennalen ausgestellt. Oft arbeitet er mit Keramik, um der glatten Perfektion industrieller Produktion zu widerstehen. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und interpretiert die klassische Büste gekonnt neu – er verankert seine Figuren im physischen Raum, ohne ihnen ihre Präsenz oder Wahrhaftigkeit zu nehmen.

Jivya Soma Mashe – Ohne Titel
Mashe wurde im Stamm der Warli in Indien geboren und wuchs in einer spirituellen Tradition auf, die Menschen und Natur als eng und geheimnisvoll miteinander verbunden betrachtet. Die Geschichten des Stammes – von Gottheiten, Geistern, Tieren und Menschen – wurden lange mündlich überliefert. Bei Festen malten Frauen sie auf die Lehm- und Kuhdungwände ihrer Häuser. Mashe war der erste Künstler, der diese visuellen Erzählungen der Warli in die zeitgenössische Kunst und öffentliche Ausstellung überführte und so die überlieferte Erzählkunst in eine universelle Sprache aus Form und Rhythmus verwandelte.

Jürgen Klauke – Dritte Wiener Richtung
Der in Köln ansässige Künstler Jürgen Klauke macht sich selbst zum Protagonisten seiner Arbeiten. Diese Fotografien in Blautönen gehören zu seiner Serie Sunday Neuroses, die bürgerliche Rituale, gesellschaftliche Konventionen und Geschlechtsidentität untersucht. Im Mittelpunkt steht der Spazierstock – ein unverzichtbares Accessoire der einst angesehenen Mittelschicht. Er wird zum Symbol für Zurückhaltung und Konformität, zum steifen Korsett des Anstands, dem selbst der eleganteste Herr im maßgeschneiderten Anzug kaum entkommt.

Arman – Halbierte Kaffeekannen in einer Holzkiste
In diesem Relief verwendet der in Frankreich geborene Künstler Arman sein charakteristisches Prinzip der Akkumulation: Vielfache alltäglicher Gegenstände werden zu einem einheitlichen Kunstwerk zusammengesetzt. Hier zeigen Reihen von Kaffeekannen, die halbiert und von vorne nach hinten gespiegelt sind, sowohl Ähnlichkeit als auch Unterschied zwischen den identischen Formen. Was einst alt oder weggeworfen war, erhält als Kunst neues Leben – eine Meditation über Wiederholung, Konsum und die stille Poesie der Dinge, die wir übersehen.

Jivya Soma Mashe Untitled painting exhibited at Museum Kunstpalast Düsseldorf Germany, featuring symbolic Warli motifs and traditional Indian abstraction
Contemporary sculptural head displayed at Museum Kunstpalast Düsseldorf Germany
Jürgen Klauke Third Viennese Direction installation at Museum Kunstpalast Düsseldorf Germany
“Coffee Pots Cut in Half in Wooden Box” installation at Museum Kunstpalast Düsseldorf Germany
Classic blue Volkswagen Beetle displayed in the Museum Kunstpalast
Volkswagen Beetle car interior displayed at Museum Kunstpalast, Düsseldorf Germany