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Schon in der Antike als „Yaochi“ (Jadeteich) bekannt, ein Name, der entweder auf das hier eingerichtete „Yaochi-Protektorat“ Kaiser Taizongs aus der Tang-Zeit oder auf die Verbindung der Begriffe „himmlischer Spiegel“ und „göttlicher Teich“ zurückgeht, liegt dieser hoch gelegene See an der Grenze zwischen Mythos und Wirklichkeit. Der Legende nach feierte König Mu von Zhou hier mit der Königinmutter des Westens, eine Geschichte, die der Tang-Dichter Li Shangyin unsterblich machte: „Am Yaochi teilt die Königinmutter des Westens ihre Jadevorhänge; das Lied vom Gelben Bambus erschüttert die Erde vor Trauer. Acht Pferde rasen täglich dreißigtausend Li weit, warum kehrt König Mu niemals zurück?“ Über Jahrtausende haben Geschichten den See als Badestätte der Königinmutter, als ihren silbernen Ankleidespiegel und als himmlisches Reich dargestellt, in dem selbst Göttinnen gern verweilen.
Noch beeindruckender als seine Aufnahme in Chinas Liste des immateriellen Kulturerbes von nationaler Bedeutung ist die winterliche Pracht des Sees. Wenn Frost das Land überzieht, verwandelt sich das gesamte Becken in eine grenzenlose Weite aus Eis und Schnee. Mit der Seilbahn zum Gipfel des Maya-Berges auf 3.056 Metern fahrend, blicken Besucher auf den mondförmigen, von Gipfeln umschlossenen See hinab. Im Wandel der Jahreszeiten schimmert sein Wasser in immer neuen Farbtönen, spiegelt Sternenhimmel und zeichnet die schneebedeckten Kämme in das Wasser. Die Glocken des am Berghang gelegenen Tempels der Königinmutter des Westens markieren den Lauf der Zeit, während sich das großartige Werk der Natur mit müheloser Anmut entfaltet.
Man sagt, wenn Götter einem Berg wohlgesinnt sind, hüllen sie ihn in unscheinbaren Schnee, um seine wahre Gestalt zu verbergen und sein Geheimnis zu bewahren. Vielleicht kehren Reisende deshalb Jahr für Jahr zurück, um seine zeitlose Schönheit zu ehren. In den 1970er-Jahren fing der Dichter Guo Moruo, der Prinz Sihanouk begleitete, sein Wesen in diesen Worten ein: „Ein Becken dunkler Tinte ruht im Herzen des Tuschsteins, während zehntausend Bäume wie Pinsel zum Schreiben bereitstehen.“ Hier verschmelzen Himmel und Erde und laden Sterbliche ein, einen Blick auf die Ewigkeit zu erhaschen.






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