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Beginnen wir mit einem Hinweis: Ich war nur einen Tag in Frankfurt, und zufällig fiel er auf eines dieser Wochenenden mit unglaublich gutem Wetter. In der Nähe des Euro-Zeichens rief ein Verrückter plötzlich eine Beleidigung, die wie „Shina“ klang. Ich würdigte ihn keines Blickes und ging einfach weiter. Abgesehen von diesem hässlichen Moment wirkte die Stadt bemerkenswert lebendig und voller jugendlicher Energie. Entlang des Mains schossen Wolkenkratzer in den Himmel, Glas und Stahl zerschnitten das Sonnenlicht in scharfe Spiegelungen. Es fühlte sich wie eine Stadt aus der Zukunft an, ganz anders als Düsseldorfs schwere, schläfrige Ruhe.
Doch biegst du nur um ein paar Ecken, gleitest du durch die Jahrhunderte zurück in die Altstadt, die das Mittelalter hinterlassen hat. Das Kopfsteinpflaster ist rau unter den Füßen, und die Fachwerkhäuser stehen mit ihren verwitterten Fassaden da, von der Zeit gezeichnet und doch still zart, als würden sie noch immer über sie wachen. Die Anspannung, die man an einem Wochentag im Finanzviertel erwarten könnte, das zügige Tempo und die von Ehrgeiz gespannte Luft, war nirgends zu spüren. Dafür gab es viele gepflegte Männer in Anzügen, die dem Ruf der Stadt gerecht wurden.
Trotz all der Geschichten über Frankfurts unerbittlichen Rhythmus fließt der Main am Wochenende in seinem eigenen gemächlichen Tempo. Yachten gleiten geübt über das Wasser, Kajaks und Segelboote treiben langsam flussabwärts. Das Wasser zieht breit und ruhig dahin, während Kanadagänse ungestört am Ufer grasen. Wenn der Tag in den Abend übergeht, spannt der Sonnenuntergang seine Farben über die Skyline und mildert die harten Kanten der Stadt zu etwas fast Zärtlichem. Hier scheint eine andere Art von Zeit zu existieren, die sich herüberbeugt und flüstert: „Nur langsam. Es gibt keinen Grund zur Eile.“
Gegen Mittag schlenderte ich in ein örtliches Musikgeschäft. Der Ladenbesitzer, ein Mann mittleren Alters mit einer Zigarre zwischen den Zähnen, erklärte mir in aller Ruhe, dass sie nur selten Instrumente auf Lager hätten, sondern ausschließlich Sonderbestellungen annähmen; die wenigen ausgestellten Modelle seien nur die Grundausstattung. Ich kaufte als kleine Geste ein paar Zubehörteile und zog weiter. Die meisten Wochenendschüler waren asiatische Kinder, deren Eltern offenbar Meister der außerschulischen Optimierung waren; nur sehr wenige der Schüler waren weiß.
Was das Essen betrifft, enttäuscht Frankfurt nicht. Mediterrane Restaurants gibt es überall, italienische, spanische und viele andere. Dazu kommen japanische Lokale, chinesische Hotpots und verstreute Restaurants mit gegrilltem Fisch. Viele sagen, Düsseldorf sei der beste Ort für japanisches Essen. Ehrlich gesagt ist das übertrieben. Nicht ohne Grund nennen die Leute die Stadt „Dorf“. Frankfurts Stellung als kleines europäisches Finanzzentrum spricht für sich. Immerhin sind die Musikgeschäfte hier samstags geöffnet; in „Dorf“ wollen wir darüber lieber gar nicht erst reden.




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