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Kastellet-Festung – Kopenhagen

KASTELLET

3–4 STUNDEN
2025/09/27

Hier, neben Kopenhagens Kastellet-Festung, blickt Hans Christian Andersens Kleine Meerjungfrau sehnsüchtig aufs Meer hinaus. Ehrlich gesagt wirkt die Statue persönlich eher gewöhnlich und deutlich weniger beeindruckend als die Ausblicke in dieser außergewöhnlich gut erhaltenen nordischen Militärfestung: die Windmühle dreht sich sanft im Wind, grüne Hänge umgeben die sternförmigen Bastionen, und Brunnen und Becken spiegeln still den blassen nördlichen Himmel.

Die sternförmig angelegte Festung wird von fünf Bastionen gekrönt, die nach Königen und Adligen benannt sind: der Königs-, der Königinnen-, der Grafen-, der Prinzessinnen- und der Prinzenbastion. Der Bau von Kastellet begann 1626 unter dem dänischen König Christian IV., doch erst sein Nachfolger Friedrich III. brachte das Projekt schließlich zum Abschluss.

Kastellet wird durch zwei Tore betreten: das Königstor im Süden, das zur Stadt hin geöffnet ist, und das Norwegen-Tor im Norden. Beide wurden 1663 erbaut, als der niederländische Ingenieur Henrik Rüse beauftragt wurde, die Festung neu zu gestalten und zu erweitern. Sie sind hervorragende Beispiele niederländischer Barockarchitektur und werden von symmetrisch angeordneten Wachhäuschen flankiert. Das Königstor ist reich mit Kränzen, Pilastern und einer Büste König Friedrichs III. geschmückt, während das einst zum offenen Land hin ausgerichtete Norwegen-Tor bis heute charakteristisch schlicht geblieben ist. Heute beherbergt Kastellet noch immer Militärbüros, dient aber zugleich als öffentlicher Park und historisches Wahrzeichen, eine seltene Verbindung aus lebendigem Erbe und stillem Rückzugsort.

Die neugotische Kirche auf meinem Foto ist St. Albans Church. Sie steht friedlich am nördlichen Ende der Amaliegade, direkt neben dem Königstor und dem Gefionbrunnen. Sie wurde zwischen 1885 und 1887 für die wachsende englische Gemeinde Kopenhagens erbaut. Ihre steinerne Turmspitze strahlt sanft gegen den Abendhimmel und verleiht der gesamten Szene, hier in Andersens Heimat, einen Hauch märchenhafter Anmut.

Östlich der Kirche steht der Gefionbrunnen, der Gefjon gewidmet ist, der nordischen Göttin des Pflügens und der Entstehung des Landes, die Fruchtbarkeit und Reinheit verkörpert. Der Legende nach pflügte sie mit ihren in Ochsen verwandelten Söhnen den Boden und formte so die Insel Seeland aus schwedischer Erde. Der Brunnen war ein Geschenk der Carlsberg-Stiftung an die Stadt Kopenhagen zum fünfzigsten Jubiläum der Brauerei. Der dänische Bildhauer Anders Bundgaard entwarf ihn; zwischen 1897 und 1899 wurde er in einem naturalistischen Stil geschaffen, der den Mythos eindrucksvoll zum Leben erweckt.

Die Säule auf einem weiteren meiner Fotos ist die Ivar-Huitfeldt-Gedenksäule. Sie wurde 1886 fertiggestellt, um den Seehelden Ivar Huitfeldt und seine Besatzung zu ehren, die während des Großen Nordischen Krieges ums Leben kamen. Auf der Spitze steht eine Bronzefigur der Victoria, der römischen Göttin des Sieges. Der Sockel ist mit Relikten der Seekriegsführung geschmückt, Kanonen, Ankern und Schiffsteilen, ein feierliches Denkmal aus Bronze und Stein.

The Ivar Huitfeldt Memorial Column in Copenhagen, featuring the Roman goddess of victory standing atop the tall column, seen through soft-focus purple flowers
Close-up of the Ivar Huitfeldt Memorial Column in Copenhagen, with the bronze Roman goddess of victory poised above the ornate base
St. Alban’s Church framed by trees inside Kastellet Fortress Copenhagen
Evening view of St. Alban’s Church near Kastellet Copenhagen, showing the tall spire and old streetlamp
St. Alban’s Church beside Kastellet Fortress in Copenhagen