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Das Wichtigste vorweg: Das Landschaftsgebiet Dongfengyun ist keine „antike Stadt“ im traditionellen Sinn, sondern ein vollständig kuratiertes, künstlich geschaffenes Reiseziel, das aus der 1958 gegründeten Dongfeng-Farm hervorgegangen ist. Der Name „Dongfeng“ („Ostwind“) spiegelte die damalige Politik wider – die Vorstellung, dass der Ostwind sich gegen den Westwind durchsetzen würde.
Eine Generation lang lasteten Jugend und Schicksal auf diesem Land. Menschen kamen aus großen Städten wie Shanghai, Chengdu und Chongqing hierher: ausgebildete junge Leute, Kader, die aus Provinzinstitutionen und Hochschulen hierher versetzt worden waren, sowie demobilisierte Soldaten und Intellektuelle. Gemeinsam erschlossen sie unter harten Bedingungen den Osten Yunnans und entwickelten einen Geist der Staatsfarm, geprägt von Ausdauer und mutigem Pioniergeist. Die Farm selbst durchlief später mehrere Epochen – von einem gewöhnlichen Landwirtschaftsbetrieb über ein Produktions- und Aufbaukorps bis hin zur Unternehmensreform und der Trennung von Staat und Wirtschaft.
Heute bewahrt das Stadtmuseum Teile dieser Vergangenheit: das alte Dongfeng-Fotostudio, Überreste der Weinkellerei der Dongfeng-Farm und andere Alltagszeugnisse eines früheren Lebens. Die alte Kellerei hat ihren Grund: Französische Siedler brachten einst hochwertige Rebsorten entlang der Kunming-Haiphong-Bahn mit, die in Mile prächtig gediehen und sich schließlich zu einer eigenen Weinkultur der Stadt entwickelten. Vor dem Museum kannst du sogar einen alten Kettenbulldozer vom Typ Dongfanghong entdecken, abgestellt wie eine Zeitkapsel. Direkt am Ausgang befindet sich die Haltestelle des Sightseeing-Shuttles zurück zum Eingang, in den viele Besucher zum Abschluss ihres Rundgangs einsteigen.
Das Herz von Dongfengyun: Das „Kaleidoskop“-Museum und tausend Stimmen aus Terrakotta
Gegenüber dem Museum steht das visuelle Herzstück der Stadt Dongfengyun in Honghe: das Kaleidoskop-Kunstmuseum, ein Gebäude, das viele mit gestapelten Bierflaschen vergleichen. Sein Dach ist von dreieckigen Fenstern durchsetzt – eine architektonische Anspielung auf das Kaleidoskop-Konzept selbst.
Im Inneren (und konzeptionell im Herzen von Dongfengyun) befindet sich das charakteristische Werk des Künstlers Luo Xu: ein „Tausend-Personen-Chor“ aus Terrakotta. Eine weitere Gruppe dieser Serie befindet sich in der Sammlung des Singapore Art Museum, doch sie hier zu sehen – dort, wo der Geist des Projekts verwurzelt ist – wirkt ganz anders. Die Figuren sind bewusst roh, handgefertigt und ausdrucksstark; kein Gesicht gleicht dem anderen. Wenn Musik erklingt, kann man sich ihre Persönlichkeiten leicht vorstellen: Einige singen aus voller Kraft, andere machen einfach die Bewegungen mit. Es ist teils eine Hommage an die Vergangenheit, teils ein unausgesprochenes Zögern – zugleich Nostalgie und ein leises Gefühl alter Wunden.
Vor der Installation treten auf dem offenen Platz oft umherziehende Sänger live auf. Dank der ungewöhnlichen Struktur des Raums trägt der Klang weit und wirkt dabei besonders luftig und lang nachhallend.
Half Cloud Artist Salon: Ein Gebäude, das wie verfestigter Himmel aussieht
Ein weiteres Highlight, dessen Silhouette dem Kaleidoskop-Gebäude ähnelt und dennoch ganz eigenständig ist, ist der Half Cloud Artist Salon. Seine Dachlinie zieht sich in geschichteten Kurven dahin, die sich mit dem fernen Himmel zu verbinden scheinen. Der rote Ziegelstil Dongfengyuns mit seinen kuppellastigen Formen setzt sich fort, wirkt hier aber zugleich verspielter und fantasievoller: abgerundete, übereinandergestapelte Formen, die wie eine in der Bewegung schwebende halbe Wolke aussehen.
Seine Inspiration stammt vom Bodhi-Baum: Die Wurzeln bilden das Fundament, die Äste dienen als Säulen und tragen die „Halbwolken“-Kuppel. Tritt man ein, verändert sich die Atmosphäre – ruhig, hoch und kontemplativ. Natürliches Licht fällt von oben herab und verbindet sich auf wunderbare Weise mit der Innenbeleuchtung, als würde das Gebäude dazu einladen, „im Licht zu wandeln“.
Vor Ort gibt es außerdem ein westliches Restaurant der gehobenen, aber leichten Art. In Wirklichkeit erinnert das Essen oft eher an vorbereitete Gerichte, und die Preise können hoch sein. Dennoch bringt es etwas alltägliche Lebendigkeit in einen Raum, der sich sonst wie eine Kunstkulisse anfühlt.
Die kleineren Stationen: Snacks, Blumen, Windmühlen und (manchmal) leere Galerien
Zum Landschaftsgebiet Dongfengyun gehören neben den Hauptsehenswürdigkeiten auch:
Stempelwerkstatt (印章坊): gesäumt von Snackständen – leicht zu erkunden und ideal für einen kleinen Imbiss.
Lavendel- und Regenbogenblumenfelder: Je nach Jahreszeit blühen hier unterschiedliche Blumen; die nahe gelegenen Windmühlen machen den Ort zu einem besonders beliebten Fotospot – vor allem für Besucher, die eigens zum Fotografieren und „Einchecken“ kommen.
Internationales Kunstzentrum: Von Zeit zu Zeit gibt es Ausstellungen, an vielen Tagen wirkt es jedoch überraschend leer.
Übernachten (oder einfach schön essen): MGallery in Mi’le
Direkt außerhalb des Parks liegt das DongFengYun Hotel Mi’Le – MGallery, ein hochwertiges Hotel, das perfekt zur Ästhetik des Reiseziels passt. Auch wenn du nicht übernachtest, ist es ein guter Ort, um den Besuch mit einer stilvollen, fotogenen Mahlzeit ausklingen zu lassen.






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